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Klassische Musik und Oper von Classissima

Cecilia Bartoli

Montag 26. September 2016


Crescendo

7. September

Einer der „Drei Knaben“ - Franco Fagioli: Einer der „Drei Knaben“

CrescendoSeit Franco Fagioli in Leonardo Vincis Oper Artaserse die anspruchsvolle Rolle des Arbace sang, liebt ihn das Publikum. Für sein neues Album wählte der Countertenor Arien von Gioachino Rossini, in dessen Leben er Parallelen zu seinem findet.crescendo: Herr Fagioli, wenn man Sie singen hört, meint man, eine Frau zu hören. Sie klingen wie Cecilia Bartoli! Franco Fagioli: Danke! Das ist ein großes Kompliment für mich, weil sie als Mezzosopranistin eines meiner größten Vorbilder ist. Kennengelernt habe ich sie 2005 in Zürich, wo wir gemeinsam im Giulio Cesare sangen. Was uns beide verbindet, ist die bedingungslose Liebe für den Belcanto-Gesang. Mein Register übrigens ist das eines Mezzosoprans. Manche nennen mich einen männlichen Mezzosopran. Also das „dritte Geschlecht“, wie Gioachino Rossini es 1863 zu seiner Petite Messe solennelle formulierte? Ja. Er meinte damit die Kastraten, die es zu dieser Zeit zumindest in der Oper nicht mehr gab, von deren Gesang er aber nach wie vor fasziniert war. Als junger Mann hatte Rossini den letzten Kastraten auf der Opernbühne, Giovanni Battista Velluti, erlebt und ihm 1813 den Arsace in Aureliano in Palmira auf den Leib geschrieben. Belcanto ist kein Konzept aus dem 19. Jahrhundert. Das meinen wir nur heute. Wenn von Belcanto die Rede war, dann meinte man den Gesang der Kastraten, es war das Goldene Zeitalter. Aus Kastratenrollen sind mit Rossini und anderen Zeitgenossen die Hosenrollen entstanden. Das möchte ich auf meiner neuen CD zeigen. … nach Monteverdi, Händel, Porpora, Gluck, Mozart … … nun Rossini. Ich fühle mich sehr wohl mit ihm und seinen „Hosenrollen“. Mit Humperdincks Hänsel und Mozarts Cherubino auf der Bühne und Arien aus Rossinis Semiramide oder La donna del Lago begann ich meine Ausbildung, damals noch in Argentinien. Meine ersten Professoren waren ein Sopran und ein Bariton – es gab überhaupt keine Counter-Spezialisten dort. Sie lehrten mich die italienische Belcanto-Technik. In Argentinien geht man durch die italienische Schule, bis heute ist das große Vorbild des Teatro Colón die Mailänder Scala. Wäre es übrigens nach Rossinis Onkel, einem Metzger, gegangen, wäre der Komponist, der als Knabe sehr schön sang, kastriert worden, um seine Sopranstimme zu erhalten. Doch Rossinis Mutter verhinderte dies. Meine Mutter dachte immer, ich würde meine Stimme ruinieren, wenn ich so hoch singe. Sie wusste nichts von diesem Stimmfach. Auch meine Freunde dachten, ich mache mir nur einen Spaß und veralbere Frauenstimmen. Erst als ich eine Aufnahme des Stabat mater von Pergolesi in die Hände bekam, entdeckte ich, dass meine Stimme ein bisschen der von James Bowman ähnelte, einem Countertenor, der auf dieser Aufnahme mitwirkte. Eine noch größere stimmliche Nähe fand ich allerdings bei den großen Mezzosopranistinnen der Zeit, etwa neben Cecilia Bartoli auch Anne Sofie von Otter, Jennifer Larmore und sogar Marilyn Horne. Sie wuchsen in San Miguel de Tucumán auf, einer Stadt mit einer halben Million Einwohnern im Norden Argentiniens. Dort wurde 1816, zu Lebzeiten von Rossini, die Unabhängigkeitserklärung von Spanien ausgerufen. Seitens meiner Mutter stamme ich übrigens von Spaniern ab. Väterlicherseits von Italienern. Zu Hause gab es populäre Musik, argentinische Folklore. Ich erinnere mich an Familienfeste, irgendwann griff man zur Gitarre, meist meine Mutter. Und man sang. Mit elf bat ich meine Mutter, in einen Chor eintreten zu dürfen. In jenem Jahr gab es in Tucumán die Aufführung von Mozarts Zauberflöte. Ich wurde einer der „Drei Knaben“, das war wirklich die erste Begegnung mit der Oper. Das war sehr wichtig für mich, sehr aufregend. Bei den Großeltern väterlicherseits gab es außerdem ein Klavier, das lernte ich zu spielen. Dann kam ich auf das Konservatorium und schrieb mich für Klavier ein. Der Gesang war eher ein Hilfsmittel für meine Klavierstudien. Heute ist es genau umgekehrt. Was hat Ihr Vater Ihnen gesagt, als er Sie zum ersten Mal mit einer so hohen Stimme hörte? Ich habe immer wieder sehr viel Unterstützung seitens meiner Familie erfahren, auch seitens meines Vaters. Ich weiß aber, was Sie mit Ihrer Frage meinen. Natürlich könnte man annehmen, dass man es in Südamerika seltsam findet, wenn ein Mann ein Countertenor wird. Gerade dort, wo es keine Tradition gibt. Ich war der erste Countertenor, der das Instituto Superior de Arte vom Teatro Colón durchlaufen hat. Den internationalen Durchbruch feierten Sie dann mit der gefeierten Aufnahme von Leonardo Vincis Oper Artaserse. Ja, das war eine entscheidende Produktion, die mich sehr weitergebracht hat! Als einer von fünf Countertenören habe ich die anspruchsvolle Rolle des Arbace gesungen, die Vinci für den berühmten Kastraten Carestini schrieb. Mittlerweile leben Sie in Madrid. Einer der heute populärsten Kastraten, Carlo Broschi, genannt Farinelli, wirkte hier von 1737 bis 1759 am spanischen Hof. Haben Sie sich schon auf seine Spuren begeben? Ich glaube, seine größte Spur hier ist seine Berühmtheit. Ich habe noch nicht in Madrid nach ihm gesucht. Ich kenne auch seine Schriften nicht. Ich weiß allerdings, dass er ein sehr gutes Verhältnis zu den Königen hatte, dass er es in hohe politische Positionen brachte. Neben seinem sängerischen Talent hatte er wohl auch ein großes Talent für Menschen und Beziehungen. Daher auch sein großer nachhaltiger Erfolg. Er wusste, wo er zu sein hatte. Angeblich soll er mit seinem Gesang König Philipp V. getröstet haben, der manisch-depressiv war. Farinelli wurde sogar Minister und Direktor eines Opernhauses, bekam den Orden von Calatrava, die höchste Auszeichnung, die der König zu vergeben hatte. Eine gewisse Parallele gibt es da zu Händel. Beide besaßen sie wohl eine politische Intelligenz. Könnten Sie sich eine solche Position bei Hofe vorstellen? Ach nein, ich glaube nicht. Ich liebe es zu singen, weil ich das Gefühl habe, dass ich damit etwas vermitteln und teilen kann. Das Wichtigste für mich ist, dies in dieser Form so weitermachen zu können. Was all die Positionen anbelangt, wird man sehen, wie es weitergeht. Am Hofe war Farinelli sehr beliebt. Beim spanischen Volk aber hieß es: „Kapaune in den Suppentopf!“ (lacht laut) Da war wohl Eifersucht im Spiel. Weil er dem König ja so nah war, so viel Einfluss hatte. Na ja, das kann uns nicht mehr passieren, weil wir ja keine kastrierten Hähne sind. Teresa Pieschacón Raphael Franco Fagioli: Rossini Deutsche Grammophon (Universal Music)

ouverture

26. Juni

Bruhns: Complete Cantatas (Brilliant Classics)

Genau zwölf geistliche Konzerte und Kantaten sind von Nicolaus Bruhns (1665 bis 1697) überliefert. Sie stehen Schütz näher als Bach und zeigen, ebenso wie die wenigen noch verfügbaren Orgelwerke, die große Meisterschaft des Komponisten, der übrigens nicht nur ein hervorragen- der Organist war, sondern auch die Geige exzellent gespielt haben muss.  Es ist kaum zu glauben, dass es bis- lang überhaupt keine Gesamteinspie- lung und generell nur sehr wenige Aufnahmen von Bruhns' Vokalwer- ken gegeben hat – zumal die Noten bereits seit Jahrzehnten ediert und zugänglich sind. Diese empfindliche Lücke hat nun das Bozener Streichensemble Harmonices Mundi unter der Leitung von Claudio Astronio mit den Gesangssolisten Marina Bartoli Compostella  und Karin Selva, Sopran, Elena Biscuola, Alt, Richard Resch und Johannes Weiss, Tenor, sowie Christian Hilz, Bass, geschlossen. Man darf darauf hoffen, dass damit die längst überfällige Wiederent- deckung des Vokalwerks Bruhns' auch im Konzertbetrieb beginnt – obwohl einige dieser Partien nicht ganz ohne sind. Jauchzet dem Herren, alle Welt beispielsweise stellt ohne Zweifel jeden Tenor vor eine Herausforde- rung. Und die Violine hat mitunter auf einem Niveau zu musizieren, wie man dies eher von Biber und Konsorten gewohnt ist. Unbedingt anhören! 






Cecilia Bartoli

Cecilia Bartoli (4. Juni 1966) gilt als eine der besten und kommerziell erfolgreichsten Opernsängerinnen unserer Zeit. Sie ist ein Koloratur-Mezzosopran mit einem dunklen, satten Timbre und wird von ihren Fans nicht nur wegen ihres musikalischen Könnens bewundert, sondern auch wegen ihrer natürlichen Ausstrahlung und temperamentvollen Bühnenpräsenz. Cecilia Bartoli gelingt es, dem Publikum auch unbekannte Opern und vergessene Komponisten nahe zu bringen. Ihr Repertoire umfasst viele Komponisten, da sie einen weiten Stimmumfang über zweieinhalb Oktaven besitzt. Unter anderem singt sie Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Gioacchino Rossini sowie Gluck, Vivaldi, Paisiello, Bellini, Donizetti oder Salieri sowie vergessene Opern von Haydn, Händel, Halévy und vielen anderen.



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Sacrificium - Cecilia Bartoli

 Interview [EN]

 

Sacrificium - Cecilia Bartoli

Cecilia Bartoli presenta

 Filmreportage [IT]

 

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